Baja Mexico – Meine Eindrücke von der Northern Baja Tour, im Oktober!

Als ich mich hinsetzte, um diesen Blog zu schreiben, fing ich mit einem detaillierten
Reisbericht an. Nach ca. 5 Minuten wurde selbst mir beim Lesen langweilig. Ich beschloss einen anderen Weg einzuschlagen. Hier also sind meine Top 10 Baja Momente.

1. MEXIKO
Jeder hat eine Idee von Mexiko. Drogendeals und Schießereien sind das, was den meisten Leuten in den Sinn kommt, wenn sie Mexiko hören. Ich kann jeden beruhigen, denn es entspricht nicht der Realität. Die Bewohner der Baja Peninsula lieben Motorräder und freuen sich über jeden, der nach Baja kommt, um ihre Kultur kennen zu lernen.

2. GELÄNDE
Baja bietet einem alles was das Offroad Herz begehrt. Von wunderschönen, weißen Sandstränden bis zu felsigen Auffahrten ist alles dabei. Erst geht’s mit 120 km/h durch die Brandung am Strand entlang und 30 Minuten später fährt man einzigartige Single Trails durch die Pinienwälder Bajas.

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3. LOCATIONS
Coyote Cals, Mama Espinozas, Mikes Sky Ranch oder Cocos Corner sind jedem Offroader ein Begriff. Nach einem langen Tag auf dem Motorrad gibt es nichts Besseres als eine eiskalte Coke, während man die über Jahrzehnte gesammelten Bilder, Trikots und Poster der Baja Motorsport Helden betrachtet.

4. DER STRAND
Baja hat einige der schönsten Strände der Welt und das absolute Highlight ist, dass man sie legal mit dem Motorrad befahren darf. Wer sich also immer schon gefragt hat, wie es sich anfühlt einen perfekten, weißen Sandstrand mit dem Motorrad umzupflügen, findet hier seine Antwort.

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5. DIE CREW
Als jüngerer Fahrer war ich mir nicht sicher was mich erwartet, mit einer Gruppe von Leuten nach Mexiko zu reisen, die fast doppelt so alt sind wie ich. Das letzte was ich wollte, war mich den ganzen Tag über Bluthochdruck und zu niedrige Renten zu unterhalten. Glücklicherweise traf nichts davon ein und nachdem wir uns, auf der Fahrt von San Diego nach Mexiko, alle besser kennenlernten, war klar, dass wir eine gute Zeit haben werden. Nach einer langen Woche auf dem Motorrad gingen wir getrennte Wege, jetzt als Freunde und dank verschiedener Sozialer Netzwerke können wir immer noch über unsere Baja Bilder lachen.

6. DAS ESSEN
Die mexikanische Küche bietet einem zahlreiche Delikatessen. Von den berühmten Fisch Tacos bis hin zu scharfer Salsa oder in meinem Fall, Quesedillas dreimal täglich, ist für jeden etwas dabei. Gepaart mit der super süßen mexikanischen Coca Cola ist einem ein einmaliges Abendessen garantiert.

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7. FAHRER
Egal an welchen Ort man unterwegs anhält, man wird garantiert Gleichgesinnte treffen, die genau so viel Spaß haben mit dem Motorrad Baja zu erkunden, wie man selbst. Beim Motorrad fahren geht es vor allem darum, Leute zu finden die genau so verrückt sind wie man selbst, um dann seine Erfahrungen zu teilen. Baja und zwei oder drei mexikanische Bier am Lagerfeuer sind der perfekte Ort für diese Geschichten.

8. DIE EINWOHNER
Wie schon am Anfang erwähnt, die Einwohner lieben Motorräder und Sie lieben es wenn die Besucher es so richtig Glühen lassen. Den Kids in den Dörfern und am Strand high fives zu geben war eines der Highlights meines Trips.

9. SCORE STRECKE
Für mich als Rennfahrer war es ein absolutes Highlight, Teile der legendären BAJA 1000 Route zu fahren. Auf den Spuren von Motorsport Legenden wie Malcom Smith, Johnny Campell oder Kurt Caselli unterwegs zu sein, führt einem erst vor Augen wie talentiert und auch ein wenig verrückt diese Jungs sind.

10. AUF GEHTS
Baja war eine super Erfahrung! Wir fuhren unterschiedlichstes Gelände und entdeckten viele unerwartete Dinge. Trotzdem bietet Baja noch so viel mehr, ich werde wieder kommen für weitere Abenteuer, weitere Wheelies am Strand, weitere eiskalte Cervezas, die wunderschönen Senioritas und eine Menge Spaß. Vielen Dank Baja, für eine unvergessliche Zeit!!!

Daniel

P.S.: Mehr Bilder gibt’s hier, auf Flickr.

Auf einer Harley durch Argentinien!

Hier ein paar Zeilen zu meiner Motorradtour, im Oktober 2014, in Argentinien.

Es war eine tolle Tour von Buenos Aires über Junin, San Luis, den Andenpass nach Valparaíso und dann wieder zurück über Mendoza, San Rafael und Realico. Insgesamt 3400 km.

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Ich hatte einmal eine Panne auf freier Strecke, konnte dann aber in einer Polizeistation übernachten und am nächsten Morgen um 9.30h war der Vermieter da und hatte ein kleines elektronisches Teil dabei (der Motor ging beim einlegen des 1. Gangs immer aus), das er innerhalb von 10 Min. eingebaut hatte und dann ging es wieder und hielt die ganze Strecke durch. Also, ich war ansonsten mit dem Motorrad, Harley Davidson Road King, sehr zufrieden und mit dem Service des Vermieters auch. Die Wahl des Motorrads war richtig. Obwohl sie wegen des Gewichts und des Wendekreises in der Stadt gewöhnungsbedürftig ist, war sie vor allem auf den Langstrecken (2 x 1200km Ebene durch die Pampa, bei z. T. extremen Seitenwind wegen ihrer Tieflage und dem Gewicht absolut die richtige Wahl).

Noch ein Abenteuer während der Fahrt war, dass ich in Valparaíso von einem freilaufenden Hund in die Wade gebissen wurde. Zum Glück war ich gegen Tetanus und Tollwut geimpft (unbedingt zu empfehlen, da in Chile und Argentinien immer wieder freilaufende „wilde“ Hund alles angreifen, was sich bewegt. z.B. Autos und Motorräder).

Noch ein Tipp zur Hotelsuche: da man ja nie so genau weiß, wie weit man fährt und wann man ankommt, habe ich nie vorgebucht, sondern mir im Internet am vorigen Tag einige Hotels aufgeschrieben, die ich dann bei Bedarf am nächsten Tag mit dem Navi angefahren habe. In dieser nicht sehr touristischen Region bekommt man immer ein Zimmer, sofern man weiß wo ein Hotel ist. Und so viele gibt es nicht.

Also es war eine tolle Tour, ein super Vermieter und Motorrad (er hatte das Motorrad zum Hotel gebracht und wieder abgeholt), vor allem wegen der Andenüberquerung und Valparaíso. Ich kann sie nur jedem empfehlen – aber dann mit einer Harley. (Übrigens den Helm habe ich dort gekauft, denn der angebotene Helm vom Vermieter hatte kein Visier, das braucht man aber unbedingt, denn trotz Windshield erwischen einen immer wieder Käfer wie Geschosse im Gesicht).

Alles in allem……eine großartige Tour!

Kai.

Neuer Head Trainer bei AdMo-Tours

Hi, mein Name ist Daniel Sedlak. Ich bin 25 Jahre alt und komme ursprünglich aus Deutschland. Seit ich 6 Jahre alt bin, fahre ich Motorrad und vor sieben Jahren habe ich meine Karriere, als professioneller Rennfahrer und Trainer, begonnen. Als Motocross Profi bin ich um die ganze Welt gereist. Die Rennen führten mich nach Europa, Asien, den mittleren Osten, Afrika, Australien, die Karibik und nach Nordamerika. Kurz nachdem ich meine Karriere als Rennfahrer began, fing ich an, Trainingskurse für Motorradfahrer anzubieten. Nachdem ich einige Jahre sporadisch verschiedene Fahrer trainiert habe, wollte ich die Sache etwas ernster nehmen. Ich belegte Seminare und wurde zertifizierter Motorrad Trainer in Europa und Australien. Ich fing an meine Kurse weltweit anzubieten und arbeite seitdem mit der Motocrossjugend in Afrika und helfe Teilnehmern der Rallye Dakar sich in den Dünen von Dubai auf ein der härtesten Rallyes der Welt vorzubereiten.

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Motorrad fahren ist schon von Kindesbein an meine Leidenschaft. Es ist mein Ticket die Welt zu sehen und hat mich zu einigen der atemberaubensten Orten der Welt gebracht. Ich habe es geschafft, meine Leidenschaft für Motorräder  zu meinem Traumberuf zu machen und freue mich heute, meine Erfahrungen mit Gleichgesinnten zu teilen. Zu sehen, wie andere Fortschritte machen und zu besseren, sichereren Fahrern werden, ist eine der besten Seiten des Trainerjobs. Es erinnert mich daran, warum ich mit sechs Jahren mit dem Motorrad fahren angefangen habe und bis heute jeden Tag fahre. Heutzutage ist es mein Job Rennen zu fahren und die Welt zu bereisen, aber der Grund warum ich fahre, ist immer noch der selbe wie vor 19 Jahren.

Ich fahre, weil ich es liebe.

Ich freue mich, Sie demnächst bei einem unserer AdMo Tours Trainingstage in Kalifornien begrüssen zu dürfen.

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Vielen Dank

Daniel

Ron’s Training „Abenteuer“

Ron, unser Sales Manager in den USA, hat auf unserem englischen Blog eine nette Geschichte geschrieben.

Vor ein paar Jahren hat er ein Beginner Training über ADMO gebucht. Ein Geschenk für seine Tochter, zum ihrem 20sten Geburtstag. Sein Vater (70+) hat auch daran teilgenommen.

Ja, und jetzt arbeitet Ron für ADMO. Das Training kann also nicht so schlecht gewesen sein🙂

Wer den englischen Blog lesen möchte, bitte hier klicken. Lohnt sich auf jeden Fall.🙂

Explore The Alps – Was für eine “coole” Fahrt!

Stellt euch die Alpen vor, in voller Blüte und an einem schönen Frühlingstag … so hätte es eigentlich sein sollen.…..war es aber nicht. Wir starten also unsere Explore The Alps Tour, ohne zu wissen, wie viel Regen oder Schnee uns wohl erwarten wird.

Unsere Kunden aus Kanada wollten eine unvergessliche Fahrt genießen, ohne auf Komfort zu verzichten. Die Frauen hatten zwar ihre Motorrad-Ausrüstung dabei, mieteten aber gleichzeitig einen Mercedes SLK, um bei schlechtem Wetter den Motorrädern zu folgen. Die Motorräder sind eine BMW R1200GS und eine Ducati Multistrada 1200. Ich fahre meine Lieblings-BMW, die F800R. Am Tag vor dem Tour Start, fallen die Temperaturen auf nur 5°C, mit unglaublichen Regenmengen.

Unsere Fahrt beginnt in München. Auf schmalen Nebenstraßen fahren wir in Richtung Alpen. Auf den kalten und feuchten Morgen folgt etwas Sonnenschein. Zum Mittagessen sitzen wir tatsächlich auf einer Terrasse im Freien, mit Blick auf den Walchensee. Herrlich! Wir sind jetzt in den Ausläufern von Deutschland’s höchsten Bergen und folgen der Deutschen Alpenstraße, zur „Königlichen Villa“ – Schloss Linderhof –  des bayrischen Königs Ludwig II. Ab 1870 ließ Ludwig das Jagdhaus niederreißen und baute sich einen kleinen Palast, inspiriert vom Sonnenkönig Ludwig XIV. Besonders beeindruckend ist die künstliche Venusgrotte, mit ihren Tropfsteinformationen. Perfekt integriert in die alpine Landschaft. Es gibt dort sogar einen künstlichen See in der Grotte, wo Ludwig gern, in seinem goldenen Schwanenboot, umhergondelte.

Jetzt aber weiter mit Motorrad fahren.
Wir beschlossen also noch, über das Namloser Tal zu fahren. Das ist ein ca. 30 Kilometer langes Tal, das bis auf 1360 Meter über dem Meeresspiegel geht. Eine echt witzige Fahrt, mit ein paar Serpentinen und vielen Kurven. Das war quasi ein erster Test zum alpinen Fahrkönnen🙂

Am nächsten Tag wollen wir eigentlich die Bergstraßen in 4 Länder erobern. Das schlechte Wetter der letzten Tage ließ die Schneefallgrenze auf etwa 1200 Meter sinken. Einer meiner Lieblings-Überquerungen in West-Österreich, der Furka Pass, war wegen Schneefalls geschlossen. Wir haben dann die Alternative über den Faschinajoch Pass gewählt. Der ist 275 Meter niedriger. Auf der Spitze (ca. 1486 Meter) dachten wir, dass es besser gewesen wäre, unsere Ski mitzubringen. Wenigsten waren die Straßen eisfrei. Wir fahren weiter, von Österreich nach Liechtenstein, und machen einen kurzen Halt am Schloss Vaduz, der Residenz von Hans-Adam II, dem regierenden Fürsten von Liechtenstein. Die engste Straße die ich kenne, entlang einer Steilwand, führt uns zu einem Restaurant, von dem aus man über Liechtenstein und das Schweizer Rheintal sehen kann.

Das nächste Highlight ist die Fahrt über die Schwägalp. Ein kleiner Alpenpass, mit nur etwa 1352 Meter, am Fuße des Säntis, dem höchsten Berg im Nordosten der Schweiz. Weiter geht es nach Appenzell. Der Kanton Appenzell ist natürlich bekannt für seinen Käse, aber auch für die Landsgemeinde. Das ist eine der ältesten und einfachsten Form der direkten Demokratie. Diese findet unter freiem Himmel statt. Alle wahlberechtigten Frauen und Männer (über 20 Jahre) müssen dort persönlich erscheinen, sonst droht Strafgeld.

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Nach einem Spaziergang durch die historische Innenstadt, sind wir wieder auf der Straße. Einer seeeeeehr kurvenreichen. Eine schmale Straße, die von Appenzell in Richtung Bodensee führt, beweist die Fähigkeiten unseres Mercedes-Teams. Lisa und Wendy halten sich recht gut. Mark, Barry und ich brauchen fast nie zu warten, obwohl wir ein gutes Tempo fahren.

Zurück in Deutschland wartet ein Raclette Abendessen auf uns. Eine lokale, familiengeführte Käserei veranstaltet Raclette Abende im traditionellen Stil. Vier verschiedene Käsesorten werden erhitzt und der geschmolzene Käse wird dann auf den Teller geschabt. Dazu gibt es Kartoffel, frisch gebackenes Brot, Essiggurken und Silberzwiebel. Lecker! Zur Verdauung gibt es dann noch einen Birnenschnaps. Gut, dass die Motorräder und der Mercedes beim Hotel stehen und wir mit dem Van zum Abendessen gefahren sind.

Es ist Tag 3 der Tour, die Wettervorhersage zeigt 100% Regen, mit Temperaturen um die 5°C. Wir entscheiden uns, mit dem Van zu den Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein zu fahren. Schloss Neuschwanstein war die Inspiration für das Schloss in Disneyland. Einen wunderbaren Ausblick auf das Schloss, hat man von der Marienbrücke. Die Brücke überquert eine tiefe Schlucht mit steilen Klippen auf beiden Seiten. Darunter läuft ein Wasserfall aus den umliegenden Bergen.

Für den Besuch der Schlösser, zur Brücke wandern und in einem bayrischen Restaurant zu Mittag zu essen, benötigen wir den ganzen Vormittag. Das Wetter bessert sich und so fahren wir am Nachmittag mit unseren Motorrädern Richtung Oberstdorf. Wir fahren über den Oberjoch Pass, wo wir, auf 1178 Meter ziemlich an die Schneegrenze kommen. Auf der anderen Seite des Passes ist die Straße trocken und so haben wir viel Spaß zur Besichtigung der Erdinger Arena. Die Skisprunganlage besteht aus 5 Schanzen. Die höchste Rampe ist auf 125 Meter. Mit dem Aufzug fahren wir bis zur Panorama-Plattform. Das Wetter klart ein bisschen auf, aber die Vorhersage hat leider keine guten Neuigkeiten und die Temperaturen sollen so niedrig bleiben. So nutzen wir die Gelegenheit, zum Motorrad-Lederbekleidungs-Hersteller Held zu fahren. Dort gibt es ein Lederhandschuh Museum, mit dem größten Motorradhandschuh. Das Ding ist sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Er ist 2,82 m hoch und 93 cm breit. Der Handschuh ist eine überdimensionale Version des TITAN Motorradhandschuh, Artikel Nr. 2910, Nr. 14 und Farbe schwarz/weiß. Um diesen Handschuh herzustellen, wurden 128 Stunden benötigt.

Jeder kauft sich einen Regenkombi, um für die weiteren Tage gewappnet zu sein.

Was für ein Tag. Eigentlich nicht schlecht, für einen winterlichen Mai-Tag. Sogar mit leichtem Sonnenschein auf der Heimfahrt. Aber jetzt ist es wieder vorbei mit dem Frühling. Das Alphorn blasen wird wegen starker Regenschauer abgesagt.

Der 4te Tag sollte uns eigentlich über die Alpen, nach Süden – Italien – führen. Ziemlich schnell ist klar, dass das heute nicht der Fall sein wird. Die meisten Alpenpässe sind wegen Schneefalls geschlossen. Nach einem kurzen Abstecher zu ein paar genialen Motorradrouten, entschieden wir uns, aus Sicherheitsgründen, zur Umkehr aus den Alpen. Die Temperaturen liegen gerade noch bei 1.5°C. Das hält sogar unsere Hardcore Cabrio-Fahrerinnen davon ab, das Dach zu öffnen und so genießen sie lieber die Heizung im Auto. Wir sind froh, um unsere Griffheizung. Dann noch der neue Regenkombi……….das ist richtig angenehm. Also…………soweit man von angenehm reden kann, bei anhaltender Regenschauer und Temperaturen um den Gefrierpunkt🙂

Der Blick zum Himmel sieht so aus, als ob es in Richtung Westen besser wäre. Ja gut. Dann auf nach Westen! Während unserer Fahrt durch die grüne, hügelige Landschaft finden wir sogar ein paar kurze Abschnitte mit trockener Fahrbahn. Wir sind auf dem Weg zur Insel Lindau. Lindau überrascht uns mit Sonnenschein. Viele Fußgänger schlendern am Hafen entlang. Wir sitzen draußen und beobachten die Segler, die sich für die Bodenseewoche bereit machen (eine der ältesten und bedeutendsten Wassersportveranstaltungen zwischen Kiel und Genua). Für einen kurzen Moment denke ich sogar darüber nach, Sonnencreme aufzutragen. Naja, ich sage doch „kurzer Moment“. Es ist nicht notwendig, denn auch Lindau wird schließlich vom Regen eingeholt.

Für Tag 5 muss ich zurück an den Schreibtisch und die Route überarbeiten. Ein Grund ist, dass die Kunden die Tour nicht wie geplant in München sondern in Innsbruck  beenden wollen und der andere Grund sind die Regenschauer. Es ist Mai. Eigentlich sollte es Frühling sein. Die Landwirte sollten bereits mit der Heuarbeit beschäftigt sein und so weiter……..stattdessen kämpfen wir uns entlang der Schneefallgrenze.

Der Ausflug auf den Berg ist heute wohl eher keine Option!

Wir beginnen unsere Fahrt entlang des Forggensee und fahren, bei Sturzregen, zur berühmten Wieskirche. Die Wallfahrtskirche wurde von 1745 bis 1754 erbaut und  ist ein Meisterwerk des bayerischen Rokoko. Sie ist wie durch ein Wunder gut erhalten und befindet sich im sogenannten bayrischen „Pfaffenwinkel“. Nachdem wir unsere Füße aufgewärmt hatten (bin ich froh über die Griffheizung!) fahren wir auf schmalen Nebenstraßen zum Freilichtmuseum Glentleiten. Mit rund 60 historischen Gebäuden bietet das Museum einen detaillierten Einblick in den Alltag der Menschen in Oberbayern, ihrer Baukultur und Arbeitsumgebung.

Wir verbringen dort fast 3 Stunden, mit umher spazieren und dem Blick in die Geschichte. Schlussendlich müssen wir aber die Berge in Richtung Innsbruck überqueren. Auf der Fahrt über die extrem kurvige Kesselbergstraße, macht es den Anschein, dass wir die unterschiedlichsten Arten von Regen erwischen. Für einige kurze Momente öffnen sich tatsächlich die Wolken, um uns mit Ausblicken auf die herrliche Alpenlandschaft und die riesigen Berghänge, rund um das Olympische Dorf von Seefeld, zu belohnen.

Wir haben es geschafft! Innsbruck wir sind da! In den 5 Tagen fuhren wir ca. 1200 km auf kurvigen Alpenstraßen. Nicht schlecht für diese Wetterkonditionen. Naja, wir wissen alle, was für katastrophale Folgen diese Regenmengen hatte. Trotzdem…..durch den optimalen Standort unserer Explore The Alps Hubtour und durch unsere guten lokalen Kenntnissen konnten wir das Beste aus der Regensituation machen.

Vielen Dank und Hut ab an unsere Kunden! Ihr wart spitze!

Mehr Bilder auf Flickr.

LA2Vegas – Von Los Angeles nach Las Vegas

Was denkt ihr, ist die beste Art, um nach Las Vegas zu fahren? Genau, auf dem Motorrad und Off-Road natürlich!

In letzter Zeit ist es ziemlich selten, dass ich selber eine Tour durch die Mojave Wüste führe, aber am 01.  Mai war es soweit und es war eine ganz spezielle Tour. Das Tourende war genau zum richtigen Zeitpunkt und zwar zum Las Vegas Endurocross und zum 2013 Supercross Finale.

11 Fahrer schließen sich uns an, um mit uns eine der wohl spektakulärsten Routen nach Las Vegas zu erkunden. Uns, damit meine ich: John, unser Mechaniker und Fahrer des Begleitfahrzeugs. Russell und  Justin, die Begleit-Tourguides und ich, Uwe Diemer, endlich mal wieder Haupt-Tourguide🙂. Unsere Gruppe ist großartig, mit fantastischem Sinn für Abenteuer und mehr oder weniger guter Fahrerfahrung (u. a. ein Geburtstags-„Kind“, ein Straßenfahrer ohne jegliche Off-Road Erfahrung und ein Vater mit Sohn). 724 km unerbittliches Gelände warten auf uns. Unsere Maschinen sind: KTM EXC 450 und Suzuki DRZ 400.

Als ich AdMo-Tours (vor ca. 15 Jahren) gründete, habe ich diese Routen mit viel Spaß selber ausgekundschaftet. Fantastische Strecken, die man sich so in Südkalifornien gar nicht vorstellen kann (die Routen müssen hin und wieder natürlich angepasst werden, da wir mit offiziellen Genehmigungen der Landverwaltung fahren). Im Grunde kann man sagen, dass ich jeden Stein und jedes Sandkorn auf dieser Strecke kenne. Trotzdem bin ich jedesmal aufs Neue fasziniert, von dieser unglaublich schönen Landschaft, von den Canyons und den Berggipfeln.

Um 09:00 Uhr starten wir also unsere Motorräder, bei unserem Sitz in Wrightwood, Kalifornien. Noch einmal ein kurzes Briefing über die heutige Strecke und schon sind wir unterwegs. Das Abenteuer beginnt, mit der Fahrt entlang der Ausläufer der San Gabriel Berge, die Bergkette nordöstlich von Los Angeles.  Es dauert nicht lange und schon  sind wir außerhalb der Ortschaften und fahren in die offene Wüste, entlang von Joshua Bäumen und Kreosotbüschen. Und dann sind da noch große Passagierflugzeuge. Ähm, ja, mitten in der Wüste…….auf dem Flugzeug Schrottplatz.  Glaubt mir, dass ist ein echt interessanter Ort.

Nach dem Mittagessen fahren wir auf einsamen Pfaden und durch fantastische Canyons, zum Husky Memorial. Hier wurde 1987, von der Familie und Freunden von Jim Erickson, seine Husqvarna 390 in den Boden zementiert und seine Asche in alle Himmelsrichtungen, in den blauen Wüstenhimmel, gestreut. Wir fahren weiter, auf über 161 km von schmalen Wegen, Berg auf, Berg ab, durch Sandauswaschungen und über Trockenseen und gelangen schließlich zum ehemaligen Kawasaki-Motocrosser Goat Beker. Goat ist Inhaber von Goats Sky Ranch. Ich übernachte dort seit vielen Jahren, schon lange bevor Goat das Gebäude gekauft hat. Wie sich das alles verändert hat! Mittlerweile ist es eine richtige Endurofahrer-Oase. Goat ist ein ausgezeichneter Gastgeber und tischt uns ein vorzügliches Abendessen auf. Goat’s Sky Ranch verlässt niemand hungrig!

Tag 2 der Tour war schon immer mein heimlicher Favorit. Wir überqueren die Panamint Bergkette auf ca. 1311 m, um dann hinunterzutauchen, ins Death Valley, auf ca. 61 m unter dem Meeresspiegel. Dieses unglaubliche Gebiet, mit zum Teil offenem Fahren (also überhaupt keine Wege!) und historischen Sehenswürdigkeiten (wie z. B. die Absturzstelle eines X-15 Testfluges von 1967 oder die berüchtigte Barker Ranch), kombiniert mit einzigartigen Landschaften (wie z. B. den Trona Pinnacles), sind einfach atemberaubend. Wir verknüpfen erstklassiges Enduro fahren, mit der Geschichte der Gegend und spektakulären Landschaften. Die Fahrer machen sich gut. Der Tag geht zu Ende, mit einer wunderschönen Fahrt durch die farbenfrohe Szenerie des Death Valley Nationalparks. Wir lassen den Tag, bei guter Laune und einem kalten Bier, nochmal Review passieren.

Der letzte Tag führt uns vom Death Valley nach Sin City. Wir werden unter dem Meeresspiegel starten, über ca. 110 m hohe Sanddünen fahren, durch Nadelwälder, entlang des Red Rock Canyon, um schlussendlich auf dem Las Vegas Strip hinein zu gleiten, in das Getümmel und Geglitzer von Las Vegas. Unser Abenteuer führt uns u. a. durch den Echo Canyon und zu den Überresten der Inyo Mine, hier stehen noch einige Türme und Gebäude von 1907.

Die Fahrt über die Funeral Bergkette folgt in gewisser Weise der Route der 49er. Unglaublich, wie Menschen dieses raue Gebiet vor ca. 160 Jahren durchquerten. Es ist eine Herausforderung für uns als Enduro-Fahrer, über dieses felsige Gelände zu kommen. Bei einer Felsstufe gibt sich unsere Gruppe gegenseitig Hilfestellung, um die Motorräder sicher durchzubekommen. Auf der anderen Seite der Berge erreichen wir ein ca. 13 km² großes Gebiet, mit ca. 110 m hohen Sanddünen. Diesen Berg von Sand inmitten des Tales zu sehen, ist schon beeindruckend. Das Highlight ist natürlich, in diesen Dünen zu fahren. Für gewöhnlich führe ich die Fahrer zu einer erhöhten Stelle, wo wir ein relativ einfaches Dünen-Gelände überblicken können. Ich erzähle alles über die Dünen, wie man sie liest und wie man sie fährt, usw. Leider kommt es trotzdem zu einem Unfall. Ein Fahrer ist ziemlich hart gestürzt. Wir mussten den Notarzt rufen (bei den Dünen gibt es Handyempfang, ansonsten halten wir den Kontakt zur Außenwelt, über das Satelliten-Telefon). Für unseren Kunden John war die Fahrt hier leider vorbei. Er wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Las Vegas geflogen (Folge: mehrere gebrochene Rippen). Gute Besserung John!

Durch den Unfall waren wir etwas später dran. Beim ersten Casino Hotel in Nevada machen wir einen Stop, um zu Mittag zu essen. Damit es schnell geht, bestellen wir „Burger für alle“. Viele Kilometer liegen noch vor uns, wir müssen also noch einiges an Off-Road fahren. Nach all dem Wüstenfahren, waren die ausgewaschenen Wege durch die Nadelwälder westlich von Las Vegas, eine willkommene Abwechslung. Die letzten 48 km fahren wir auf Asphalt. Es ist sehr beliebt und bietet sich auch an, um die Fahrt entlang des Red Rock Canyon – bei Abendstimmung – so richtig zu genießen, bevor wir in Las Vegas eintauchen.

Das Timing ist ideal. Es bleibt genügend Zeit, um sich für das jeweilige Abendprogramm frisch zu machen.

Was für eine Leistung! Die Off-Road Kilometer von allen Teilnehmern zusammengezählt ergeben ca. 11.265 km. Das Grinsen auf allen Gesichtern gibt mir die Bestätigung, dass alle die Tour mindestens genauso genossen haben, wie ich. Auch John hat die Fahrt genossen, sobald sein Rippenbruch verheilt ist, startet er nochmal mit uns durch. See ya!

Bilder seht ihr auf Flickr.

AdMo Tourguide Training

Wir fahren von Wrightwood los, Richtung El Mirage Trockensee.

Das El Mirage Off-Road Gebiet ist ein ca. 100m² bergiges und naturbelassenes Wüstengelände, mit sämtlichen Schwierigkeitsgraden. Ideal zum Off-Road fahren. Der Trockensee selber hat eine glatte, trockene Lehmoberfläche…bestens geeignet, um Enduro Trainings durchzuführen. Als wir so auf dem Trockensee fahren, sieht es aus, als ob in der Ferne Wasser liegt. Alles nur Täuschung. Die Hitze lässt die Luft zu einer Fata Morgana spiegeln.

Mehr als 20 Motorräder stehen bereits in Reih und Glied und warten darauf, über den sandigen Boden zu gleiten. Im angenehmen Schatten unter dem EZ-Up, pauken die 12 Tourguides gerade Theorie: Kundenbegrüßung, Aufstellen des Equipments, Notfallplan usw. Damit die Theorie bei dem Klima (ca. 40° Celsius) nicht noch trockener wird, werden zwischendurch praktische Sachen geübt: Sitzposition, Bedienung der Kupplung für Anfänger, Fahrlevel der Kunden rausfinden usw. Es ist strahlendblauer Himmel, eine leichte Brise weht, die Wärme ist gut zu ertragen. Viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ist das A und O in der Wüste.

Zu Mittag werden Burger gegrillt, dazu wird selbst gemachter Kartoffelsalat gereicht. Lecker!

Nachmittags wird ausschließlich Praxis geübt. Mit kompletter Tourguide-Ausrüstung (Trinkrucksack, Werkzeugtasche) wird das Lehren von Achter fahren und Bremsen geübt.  Anschließend geht es auf eine ca. 1,5 Stunden Fahrt in die angrenzenden Hügel, um das Führen einer Tour zu üben.

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Man lernt nie aus…trotz Erfahrung sind immer wieder neue Informationen dabei.

Wir packen zusammen und verlassen El Mirage für heute.

Ein wunderbarer Tag, mit viel Spaß geht zu Ende, als wir dem Sonnenuntergang entgegensteuern.